Schlafapnoe – Formen und Behandlung

Schlafapnoe ist eine schlafbezogene Atemstörung, die bei Betroffenen Atemaussetzer im Schlaf auslöst. Die Atempausen können von 10 Sekunden bis zu 2 Minuten anhalten und haben zur Folge, dass der Sauerstoffgehalt im Blut sinkt und der Blutdruck ansteigt. Da hier keine Luft mehr in Lunge gelangt, schlägt der Körper Alarm, schüttet Stresshormone aus, der Blutdruck steigt (das Herz erhöht jetzt seine Leistung und muss immer mehr pumpen). Der Körper startet eine Weckreaktion und die Atmung setzt wieder ein. Diese Aussetzer lassen einige der Betroffenen panisch mit Luftnot und Herzrasen aufwachen.

Da sich Schlafapnoe nicht nur enorm auf die Schlafqualität auswirkt, sondern Folgen wie extreme Schläfrigkeit (am Tag), Konzentrationsschwächen, Potenzstörungen bei Männern und ein erhöhtes Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle mitbringt, sollte die Atemstörung nicht unbehandelt bleiben. Viele der Betroffenen wissen jedoch nicht, dass sie unter einer Schlafapnoe leiden. Oft sind es die Angehörigen die aufmerksam werden und neben angestrengtem Luftholen (Schnarchen) die Atemaussetzer bemerken. In Deutschland sind nach Schätzungen etwa 4 % der Bevölkerung von Schlafapnoe betroffen. Man geht hier von einer hohen Dunkelziffer aus, da viele im Symptom Schnarchen die Notwendigkeit nicht erkennen, dem Arzt einen Besuch abzustatten.

Formen von Schlafapnoe

Mediziner unterscheiden zwischen zwei Formen: die zentrale und die obstruktive Schlafapnoe. Manche Patienten sind von beiden Formen betroffen.

Zentrale Schafapnoe

Bei der zentralen Schlafapnoe liegt bei Betroffenen eine Fehlfunktion im zentralen Nervensystem (ZNS) vor. Die Steuerzentrale der Atemmuskeln ist gestört. Die Atemmuskeln von Brust und Zwerchfell erhalten vom Gehirn kurzzeitig keine Befehle mehr sich zu bewegen und sind damit Ursache für die Atemaussetzer. Das Gehirn reagiert erst wieder mit Impulsen zur Atmung, wenn der Sauerstoffgehalt im Blut unter einen kritischen Wert sinkt. Die zentrale Schlafapnoe tritt seltener als die obstruktive Schlafapnoe auf.

Verursacht wird die zentrale Schlafapnoe durch eine Störung des Atemzentrums. Diese Störung tritt meist als Folge einer anderen Erkrankung (zum Beispiel Schlaganfall, Herzinsuffizienz, Diabetes mellitus) auf.

Obstruktive Schlafapnoe

Die obstruktive Schlafapnoe tritt am häufigsten auf (ca.90% leiden an dieser Form). Hier rufen Verengungen der oberen Atemwege die Atemaussetzer hervor. Der Zungengrund erschlafft (Entspannung der Muskulatur) und die Zunge fällt zurück. Die Atemwege verschließen sich mit der Folge, dass der Schlafende keine Luft mehr bekommt. Durch die schnelle Reaktion des Organismus wacht der Betroffene auf und die Atmung setzt wieder ein. Das kurze Aufwachen dabei wird oft nicht bewusst wahrgenommen.

Die obstruktive Schlafapnoe kann durch viele unterschiedliche Faktoren verursachten werden:

  • Übergewicht (häufigste Ursache)
  • Geschlecht: Männer sind häufiger betroffen
  • Alter: mit steigendem Alter, steigt auch das Risiko an Schlafapnoe zu erkranken
  • Anatomie: vergrößerte Zunge/ Mandeln (führen zu Einengung des Rachenraums, Fehlstellung des Unterkiefers, krumme Nasenscheidewand
  • Entspannung der Muskulatur durch Einnahme von Schlaftabletten/ Medikamenten, Alkohol, Drogen, etc.
  • Rückenlage

Folgen einer obstruktiven Schlafapnoe

Die nächtlichen Atemaussetzer führen dazu, dass Betroffene mehrmals in der Nacht kurz aufwachen und der gesunde Schlaf dadurch immer wieder unterbrochen wird. Funktionen und Erholungsvorgänge, die für Körper und Geist wichtig sind, können nur noch eingeschränkt erfolgen. Infolgedessen können extreme Schläfrigkeit am Tag; hohe Unfallgefahr durch Sekundenschlaf Konzentrationsschwäche, sexuelle Verstimmungen (bei Männern kann es auch zur Impotenz kommen) depressive Verstimmungen bis hin zu Depressionen auftreten. Die Atempausen sorgen dafür, dass das Herzkreislauf-System unter Sauerstoffmangel leidet. Es kann zu Bluthochdruck und Herzrhythmusstörungen kommen. Das Risiko einen Schlaganfall und Herzinfarkt zu erleiden ist ebenfalls deutlich erhöht.

Behandlungsmöglichkeiten der Schlafapnoe

Oftmals belastet Schlafapnoe die Beziehung – Eine Operation kann unter Umständen helfen

Betroffene können den Verlauf der Behandlung positiv beeinflussen, indem sie die Behandlungstherapie mit den folgenden, hier beispielhaften, genannten Maßnahmen unterstützen:

Adipositas (Übergewicht) gehört zur häufigsten Ursache von obstruktiver Schlafapnoe. Daher kann eine Gewichtsreduktion große Auswirkungen auf das Schlafverhalten sowie die regelmäßige Atmung haben. Jedoch reicht eine Gewichtsreduktion allein meist nicht aus, um die Schlafapnoe zu heilen.

Da bei vielen Patienten anatomische Besonderheiten die Ursache von Schlafapnoe sind, kann Betroffenen mit einem chirurgischen Eingriff geholfen werden. Der Einsatz der Methode hängt vom Grad und Ursache der Schlafapnoe ab. Fehlstellungen des Unterkiefers, vergrößerte Mandeln/ Polypen, eine gekrümmte Nasenscheidewand beispielsweise lassen sich durch eine Schlafapnoe Operation beheben.

Das Schlafen in der Seitenlage kann ebenfalls Abhilfe schaffen. Da sich in der Rückenlage die Zunge in den Rachenraum legen kann, um dies zu verhindern, empfehlen Schlafmediziner generell auf der Seite zu schlafen.

Die Einnahme von verschiedenen Medikamenten, darunter auch Schlaf- und Beruhigungsmittel und Alkohol- und Nikotinkonsum stark reduzieren oder ganz einstellen kann bei der Behandlung ebenfalls sehr hilfreich sein, da die genannten Substanzen zur kontraproduktiven Muskelentspannung führen.

Eine weitere Möglichkeit der Behandlung erfolgt mit dem Einsatz der CPAP-Maske. Die Maske, die entweder auf Mund und Nase oder nur auf die Nase aufgesetzt wird, sorgt für einen leichten Überdruck. Durch diesen Überdruck wird den oben Atemwegen von innen Festigkeit gegeben und verhindert somit das Verengen der Atemwege. Der Patient muss keine nächtlichen Atemaussetzer mehr fürchten, ist jedoch jede Nacht auf die Maske angewiesen. Bei Patienten, die einen zu niedrigen Sauerstoffgehalt im Blut aufweisen, kann zusätzlich Sauerstoff über die Maske zugeführt werden.

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