Machen Tiefkühlpizza und Co wirklich dick?

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) veröffentlich jedes Jahr den Ernährungsreport. 2017 ging das BMEL unter anderem der Frage nach, wie viel Fertiggerichte die Deutschen verzehren. 41 % der Befragten gaben an, zumindest gelegentlich gerne mal ein Fertiggericht zu essen. Bei den jüngeren Menschen (unter 30) gab sogar über die Hälfte an, dass sie regelmäßig Tiefkühlpizza essen. Doch sind Fertiggerichte wirklich ein Faktor der sich negativ auf unsere Gesundheit auswirkt? Dieser Frage sind die Forscher einer aktuellen Studie nachgegangen, zumindest im Hinblick auf Übergewicht. Dass Tiefkühlpizza sehr fettig und nicht sehr nahrhaft ist, wird den meisten Menschen wohl bewusst sein. Aber wie sieht es mit anderen verarbeiteten Lebensmitteln wie Kartoffelpüree aus der Tüte, Fischstäbchen oder Cornflakes aus? Um diese Frage zu lösen haben amerikanische Forscher des National Institute of Diabetes and Digestive and Kidney Diseases (NIDDK) in Bethesda ihre Probanden in zwei Gruppen aufgeteilt. Eine Gruppe ernährte sich für zwei Wochen überwiegend von verarbeiteten Lebensmitteln, wie Tiefkühlpizza oder Fischstäbchen, die andere Gruppe ernährte sich von frisch zubereiteten Gerichten. Nach 2 Wochen tauschten die beiden Gruppen. Also diejenigen die sich zuvor von Fertiggerichten ernährten bekamen nun das vermeintlich gesündere Essen und umgekehrt.

Ein Kilo Übergewicht

Fertiggerichte sorgen für überschüssige Pfunde auf der Wage

Tatsächlich aßen die Teilnehmer die sich aktuell in der „Fast Food Gruppe“ befanden täglich etwa 500 Kalorien mehr und nahmen in 2 Wochen etwa ein Kilo zu. Dabei wurde darauf geachtet, dass die Probanden etwa gleich viele Nährstoffe zu sich nahmen. Zusätzliche Ballaststoffdrinks wurden verabreicht um auch diese als Ursache des Übergewichts auszuschließen, jedoch enthalten frische Mahlzeiten mehr unlösliche Ballaststoffe als Fertiggerichte. Auch bei dem Zuckergehalt wurde darauf geachtet, dass beide Gruppen ähnliche Mengen zu sich nahmen, jedoch enthalten Fertiggerichte mehr schnell verfügbare Zucker. Dennoch gibt diese Studie Hinweise darauf, dass vielleicht nicht die höheren Gehalte an Zucker, Salz und Fett die Ursache für den Kalorienüberschuss sind. Vielmehr vermuten die Wissenschaftler, dass ein Mensch solange isst, bis er eine gewisse Proteinmenge aufgenommen hat. Da Fertiggerichte weniger Proteine enthalten als frisches Essen, nimmt man bei dem Verzehr somit mehr Kalorien auf. Eine andere Theorie bezieht sich auf die Konsistenz der Fertignahrung. Schließlich ist diese häufig weicher und somit schneller zu essen. Dadurch könnte es sein, dass man schneller über das natürlich Sättigungsgefühl hinaus isst. Doch natürlich könnten auch die geringere Menge an unlöslichen Ballaststoffen und die höhere Menge an schnell verfügbaren Zuckern eine Ursache sein.

Sind Fertiggerichte also ungesund?

In dieser Thematik wird also noch weiter geforscht werden müssen. Jedoch steht fest, dass der häufige Verzehr von Fertiggerichten dick macht und somit als ungesund eingestuft werden kann. Eine weitere Studie aus dem Jahr 2019 befasste sich mit der Frage, ob ein Anstieg des Verzehrs von Fertiggerichten Einfluss auf die Mortalität (Sterblichkeit) hat. Tatsächlich kam diese Kohorten Studie zu dem Ergebnis, dass bereits ein 10 % höherer Verzehr an stark verarbeiteten Lebensmitteln die Mortalitätsrate um 14 % steigert. Auch wenn in dieser Thematik weitere Studien notwendig sind, scheint eine Verbindung zwischen dem häufigen Verzehr von Fertiggerichten und einem höheren Sterberisiko zu existieren. Greifen Sie also häufiger selbst zum Kochlöffel und verwenden Sie dabei frische Zutaten.

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